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Wildtierkamera fotografiert Wolf in Bäretswil Quelle: Baudirektion
14.03.2021

Wie die Baudirektion des Kantons Zürich meldet, kam es zu keinen weiteren Wolfssichtungen oder -nachweisen in der Zeit vor und nach der Aufnahme. Ob sich das Tier momentan noch in der Gegend aufhält, ist nicht bekannt. Wölfe können innerhalb kurzer Zeit sehr grosse Distanzen zurücklegen. Es ist also möglich, dass sich das Tier mittlerweile nicht mehr im Kanton Zürich aufhält.

Die Fischerei- und Jagdverwaltung informierte umgehend die Nutztierhalterinnen und Nutztierhalter im Kanton via SMS-Informationsdienst Wolf über die mögliche Wolfspräsenz, damit diese die nötigen Vorkehrungen zum Schutz ihrer Tiere treffen können.

Keine Gefahr für die Bevölkerung

Für die Bevölkerung geht vom Wolf keine Gefahr aus. Der Wolf ist ein scheues Tier, das dem Menschen ausweicht. Bei Begegnung mit einem Wolf sollte man aber unbedingt Abstand wahren und sich zurückziehen. Hunde sollten an die Leine genommen, Beobachtungen der Fischerei- und Jagdverwaltung gemeldet werden (Telefon 043 257 97 97).

06.03.2021

Die vier Sondermarken «Tiere in der Stadt» zeigen, dass Natur nicht halt macht vor Stadtgrenzen, sondern diese durchdringt und Lebensraum bietet, für Tier- und Pflanzenarten. Die Besonderheit der Sujets auf den Briefmarken besteht dabei darin, dass die gewählten Bildhintergründe als Lebensräume tatsächlich existieren. Die Illustratorin hat sich nämlich von Umgebungen der Städte Solothurn und Olten inspirieren lassen, in denen die jeweiligen Tiere vorkommen. So zieht der Fuchs durch das üppig begrünte Areal der Berufsfachschule Solothurn. Die Waldmaus schaut aus einer Dachrinne auf das Geschehen der Altstadt von Olten. Der Maulwurf späht von seinem Hügel auf eine der Rasenflächen rund um das Kunstmuseum Solothurn und das Hermelin macht kurz halt auf einer wildbewachsenen Mauer am Stadtrand von Olten.

Beobachtungen melden!

Dass die vier Tiere wissenschaftlich korrekt dargestellt werden konnten, ist SWILD, der Forschungs- und Beratungsgemeinschaft für Stadtökologie, Wildtierforschung und Kommunikation, zu verdanken. SWILD ist auch die Initiatorin des Projekts StadtWildTiere, das die online-Meldeplattform www.stadtwildtiere.ch betreibt. Auf dieser Plattform werden Zufallsbeobachtungen von Wildtieren in Städten gesammelt. Die Post ruft dazu auf, Beobachtungen von Wildtieren oder deren Spuren zu melden.

Ab dem 1. März 2021 können die Sondermarken «Tiere in der Stadt» bei der Post bestellt oder am Schalter gekauft werden.

18.01.2021

Igel leben auf dem Lande und in größeren Städten. Da Igel-Bestände besonders in ländlichen Regionen kontinuierlich abnehmen, leben viele Igel inzwischen in Städten. Um diese Bestände effizient zu schützen, müssen die Anpassungsstrategien (und deren Grenzen) der Igel an menschlich dominierte Lebensräume besser verstanden werden. Die von Dr. Anne Berger vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) mit herausgegebene Spezialausgabe zur angewandten Naturschutzforschung bei Igeln („applied hedgehog conservation research“) der Fachzeitschrift „Animals“ schließt einen Teil dieser Forschungslücke. Ein darin veröffentlichtes neues Forschungsergebnis: Trotz erheblicher Barrieren im Stadtbild wie Straßen oder Gewässer schaffen es die wenig mobilen Igel, in Berlin eine gemeinsame genetische Population zu erhalten. Für den Genfluss und damit für die Widerstandsfähigkeit der lokalen Igelbestände seien sowohl Grünflächen und grüne Korridore als auch Umsetzungen der Igel durch den Menschen verantwortlich, so das Fazit.

Hier geht's zur Pressemitteilung des Leibniz-IZW zum Thema mit mehr Informationen.

 

Barthel LMF, Werner D, Schmidt A, Berger A, Hofer H, Fickel J (2020): Unexpected gene-flow in urban environments: The example of the European Hedgehog. Animals, 10(12), 2315; https://doi.org/10.3390/ani10122315
 -  Berger A, Lozano B, Barthel LMF, Schubert N (2020): Moving in the dark - evidence for an influence of artificial light at night on the movement behaviour of European hedgehogs. Animals, 10(8), 1306; https://doi.org/10.3390/ani10081306
 -  Berger A, Barthel LMF, Rast W, Hofer H, Gras P (2020): Urban hedgehog behavioural responses to temporary habitat disturbance versus permanent fragmentation. Animals, 10(11), 2109. https://doi.org/10.3390/ani10112109

In:
Berger A, Reeve N (eds.) (2020): Applied hedgehog conservation research. A special issue of “Animals”. https://www.mdpi.com/journal/animals/special_issues/hedgehogs

 

 
Kernbeisser, Toby M. Schreier
09.01.2021

Haben Sie auch eine Pause von alle den Corona-Meldungen nötig? Da können wir Ihnen den Kurs "Vögel zeichnen: Federn auf Papier" empfehlen, in welchem Sie lernen, wie Sie Ihre Beobachtungen aus Ihrem Garten, von Ihren Feldexkursionen oder aus dem Museum in genaue Feldskizzen und schöne fertige Zeichnungen umsetzen können.

In diesem Kurs können Sie die Grundlagen des Beobachtungszeichnens erlernen und einen tieferen Einblick in die Vogelanatomie aus der Perspektive eines Künstlers erhalten. Sie werden sich auch damit befassen, wie die Bewegung, der Charakter und die Farbe dieser funkelnden Edelsteine der Natur eingefangen werden können.

4, dreistündige Lektionen
Alter: ab 12 Jahren – Kosten: CHF 350-; Material inbegriffen; 4 Teilnehmer

Toby M. Schreier, Künstler und Printmaker

M. Kümmerlen / stadtwildtiere.ch
28.12.2020

Die Natur beeinflusst das menschliche Wohlbefinden auf vielfältige Weise. Allerdings wurde der Zusammenhang zwischen Artenvielfalt und menschlichem Wohlbefinden bisher wenig erforscht. In der Studie des Teams um den Doktoranden Joel Methorst vom Senckenberg-Forschungszentrum für Biodiversität und Klima wurde der Zusammenhang zwischen Artenvielfalt und menschlichem Wohlbefinden auf europäischer Ebene untersucht. Das Forschungsteam verknüpfte sozioökonomische Daten von mehr als 26.000 Bürgern aus 26 europäischen Ländern mit Daten zu Artenvielfalt und Landschaftsmerkmalen. 

Die Ergebnisse zeigen, dass die Artenvielfalt an Vögeln in ganz Europa positiv mit der Lebenszufriedenheit der Bevölkerung zusammenhängt. Dabei war der positive Effekt sehr stark und in ähnlicher Größenordnung wie der des Einkommens. Als mögliche Gründe für den positiven Effekt nennen die Autoren das direkte Erleben der Vögel, aber auch die vielfältigen Landschaften, die sowohl die Vogelvielfalt als auch das Wohlbefinden der Menschen fördern. 

Basierend auf diesen Ergebnissen argumentieren die Autoren und Autorinnen der Studie, dass Managementmaßnahmen zum Schutz der Vögel und der Landschaften, die Vögeln geeigneten Lebensraum bieten, den Menschen zugute kommen.

 

Originalpublikation:
Methorst J., Rehdanz K., Mueller T., Hansjürgens B., Bonn A., Bohning-Gaese K.. (2020): The importance of species diversity for human well-being in Europe. Ecological Economics. 
DOI: 10.1016/j.ecolecon.2020.106917
 

08.12.2020

Citizen Science ist (nicht nur) in Deutschland den Kinderschuhen entwachsen und wir möchten das Forum Citizen Science 2021 als Denk- und Reflexionsraum anbieten, um über Wirkungen von Citizen Science als Antrieb von Veränderung zu diskutieren.

Setzt Citizen Science das Potenzial um, Vertrauen zwischen Wissensschaffenden mit unterschiedlicher Expertise aufzubauen? Welche Wirkung hat Citizen Science in den letzten Jahren in Wissenschaft, Politik und Gesellschaft? Wie lässt sich diese Wirkung überhaupt erfassen? Welchen Wandel kann Citizen Science herbeiführen? Wo gibt es neue Felder für Citizen Science und wo ist der Forschungsansatz bereits gut etabliert?

Link zum Forum Citizen Science und zum Call for Proposals: www.forum-citizenscience.de

Bürger schaffen Wissen in Kooperation mit der Technischen Universität Berlin lädt Sie herzlich ein, Beiträge einzureichen und so das Forum durch Ihre Expertise und Erfahrungen zu bereichern. Verlängerte Einreichungsfrist ist Freitag, der 15. Januar 2021.

17.11.2020

Copyright: Jon A Juárez

Füchse gelten als besonders anpassungsfähig und leben sehr erfolgreich in zahlreichen Großstädten. Einen wichtigen Aspekt dieser Anpassungen hat nun ein Team von Wissenschaftler*innen des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung Berlin (Leibniz-IZW) in Kooperation mit dem Landeslabor Berlin-Brandenburg entschlüsselt. Sie stellten mittels Stabil-Isotopenanalyse fest, dass individuelle Rotfüchse (Vulpes vulpes) ein wesentlich kleineres (und voneinander verschiedenes) Nahrungsspektrum aufweisen als dies von dem als Allesfresser bekannten Rotfuchs zu erwarten gewesen wäre. Die Population der Landfüchse insgesamt frisst ein sehr breites Spektrum von Nahrungsmitteln, aber die Ernährung jedes einzelnen Landfuchses ist recht eintönig. Im Vergleich dazu pflegten Stadtfüchse gewissermaßen eine doppelte Eintönigkeit am Essenstisch: Sowohl jedes Individuum als auch die Population als Ganzes frisst sehr häufig weggeworfene Lebensmittel. Das Nahrungsspektrum von Stadt- und Landfüchsen überlappte sich kaum.

Link zur Pressemitteilung des Leibniz-IZW:

Link zur wissenschaftlichen Publikation:

Scholz C, Firozpoor F, Kramer-Schadt S, Gras P, Schulze C, Kimmig SE, Voigt CC, Ortmann S (2020): Individual dietary spezialization in a generalist predator: A stable isotope analysis of urban and rural red foxes. Ecology and Evolution. DOI: 10.1002/ece3.6584

 

Weitere Publikationen zu (Stadt-)Füchsen:

Contesse P, Hegglin D, Gloor S, Bontadina F, Deplazes P. 2004.  The diet of urban foxes (Vulpes vulpes) and the availability of anthropogenic food in the city of Zurich, Switzerland. Mammalian Biology 2, 69, 81-95.

Walter T, Zink R, Laaha G, Zaller JG, Florian Heigl. 2018. Fox sightings in a city are related to certain land use classes and sociodemographics: results from a citizen science project. BMC Ecology 18, 50 https://doi.org/10.1186/s12898-018-0207-7.

01.11.2020

Der Zustand der Biodiversität in der Schweiz ist kritisch: Viele wertvolle, naturnahe Lebensräume sind zu kleinen Restflächen geschrumpft oder gänzlich verschwunden, wodurch zahlreiche Arten einen Grossteil ihres Lebensraums verloren haben. Zudem sind viele der verbliebenen Lebensräume stark belastet oder beeinträchtigt, z.B. durch Stickstoffeinträge und Pestizide, durch gebietsfremde Arten, durch Störungen oder Licht. Das (Über-)Leben vieler Arten wird dadurch gefährdet. 

Um den Verlust an Biodiversität zu stoppen, unterstützen Bund und Kantone verschiedene biodiversitätsfördernde Massnahmen. Vielfältige Subventionen hingegen schädigen direkt oder indirekt Biodiversität. Die Schweiz hat sich national und international verpflichtet, biodiversitätsschädigende Subventionen abzuschaffen, abzubauen oder umzugestalten.

In einer Studie der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL wurden gut 160 Subventionen identifiziert, die unterschiedlich stark biodiversitätsschädigend wirken. Gewährt werden sie in den Bereichen Verkehr, Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Energieproduktion und –konsum, Siedlungsentwicklung, Tourismus, Abwasserentsorgung und Hochwasserschutz. 

Link zum Download der Studie der WSL

© Markus9a / stadtwildtiere.ch
13.10.2020

Dank der unglaublichen Unterstützung von 71 Spendern konnten wir mit unserem Crowdfunding sagenhafte 9‘493 Franken sammeln und somit den Fortbestand unseres Blogs „Natur zu Hause“ sichern! Ein grosses Dankeschön geht auch an die Gebert Rüf Stiftung, welche uns im Rahmen des Science Boosters unterstützt hat. 

Wir freuen uns sehr, den Blog weiterführen zu dürfen und sind schon fleissig dabei, Ideen und spannende Themen für neue Blogbeiträge zusammenzutragen. 
Dank der grosszügigen Unterstützung können wir weiterhin über aktuelle Themen im Siedlungsgebiet schreiben und viele Menschen in die wunderbar vielfältige Natur vor der Haustüre entführen. 

Wir freuen uns darauf! Herzlichen Dank! 

© Didier Jeannin / wildenachbarn.ch
29.09.2020

Heute leben Igel  im Siedlungsraum in höherer Dichte als in ländlichen Gebieten. Doch wie das Projekt StadtWildTiere in einer Medienmitteilung vom 29. Sept. 2020 mitteilt, geraten Igel selbst hier zunehmend unter Druck. Eine neue Studie aus der Stadt Zürich zeigt, dass die Igelpopulation hier über die letzten 25 Jahre um 40% abgenommen hat und die Fläche, welche von Igeln besiedelt wird, um 18% geschrumpft ist. 

Hier geht es zur Medienmitteilung

Hier geht es zur Originalpublikation:

Taucher, A.L.; Gloor, S.; Dietrich, A.; Geiger, M.; Hegglin, D.; Bontadina, F. Decline in Distribution and Abundance: Urban Hedgehogs under Pressure. Animals 2020, 10, 1606.

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